Oktober 30, 2021

Pathenheimer: Filmfotografin

Meinhard Jacobs

Ausstellung zum Werk der Filmfotografin Waltraut Pathenheimer 

vom 20. November 2021 bis 23. Januar 2022  

Neues Atelierhaus Panzerhalle / Waldsiedlung Groß Glienicke 

Waltraut Pathenheimer (1932 - 2018) war die erste Frau, die den Beruf einer Stand- bzw. Filmfotografin im DEFA-Studio für Spielfilme ausübte. Ihre Aufgabe bestand darin, während der Dreharbeiten eines Spielfilms Szenen- und Arbeitsfotos zu erstellen, die bei Veröffentlichung eines Films in den Schaukästen der Kinos zu sehen waren und in Zeitungen oder auf Plakaten veröffentlicht wurden.

Standfotos sind natürlich keine aus dem Filmstreifen herausvergrößerten Einzelbilder und sie entstehen auch nicht »nebenbei«. Oft müssen Szenen nach dem Dreh etwas anders arrangiert und nachgestellt werden, um sie in ein Foto zu »übersetzen«. Um Fotos zu machen, die »die Zuschauer anlocken«, ins Kino zu gehen, musste Waltraut Pathenheimer, wie sie selbst sagte, »gucken und wenn du dran bist, sagen, was du willst, und wenn die Schauspieler schon halb weg sind, um draußen eine zu rauchen, dann musst du dafür sorgen, dass sie bleiben und emotional wieder da sind«. Und dem Manfred Krug auf dem Szenenbild von »Das Versteck« (1977) sieht man an, dass Waltraut Pathenheimer ihn wirklich hat rennen lassen …

Jana Fröbel

Ch.Links Blog 2016

Manfred Krug in "Das Versteck"

Manfred Krug in "Das Versteck" (Foto: DEFA-Stiftung / Pathenheimer)

Waltraut Pathenheimer fotografierte von 1954 bis 1991 für insgesamt etwa 80 Filme und fertigte dabei rund 32.000 Fotos an, die mit dem Signum DEFA-Pathenheimer gekennzeichnet waren. Ihr umfangreiches Portfolio fasziniert bis heute.

Sie wirkte an vielen wichtigen Produktionen des Babelsberger Studios mit und arbeitete mit den prominentesten Regisseuren und Kameraleuten, Schauspielerinnen und Schauspielern zusammen. 

Ihre außergewöhnliche Bildsprache hat die Filmfotografie geprägt und weiterentwickelt. Sie drückte nicht einfach auf den Auslöser und dokumentierte den Filminhalt, sondern inszenierte in Drehpausen oder nach Drehschluss eine neue Dramaturgie. Einzelne Bilder, die eine Geschichte erzählen konnten, ohne dass Schauspieler sprachen oder Filmmusik Gefühle erzeugte. "Sie war fast unsichtbar am Set, beobachtete oft den ganzen Drehtag still aus ihrer Ecke heraus", erinnert sich der Kameramann und Fotograf Dieter Chill, einer der Kuratoren dieser Ausstellung, der bei verschiedenen Produktionen mit Waltraut Pathenheimer zusammengearbeitet hat.

Viele Ihrer Fotografien wurden zu Ikonen des Kinos und sind bis heute gefragt: Wenn Filme aus der DDR im Kino, Fernsehen oder in Retrospektiven gezeigt und mit Standfotos beworben werden oder Bücher zur Filmgeschichte erscheinen, sind fast immer Motive mit ihrer Urheberkennung darunter.

Eine Auswahl ihres Werkes wird in der Ausstellung gezeigt: Eine Hommage an Waltraut Pathenheimer im 75. Jubiläumsjahr der DEFA und zum 90. Geburtstag der Fotografin im kommenden Jahr.

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Pathenheimer: Filmfotografien

Anlässlich der Ausstellung zum 85. Geburtstag von Waltraut Pathenheimer erschien 2016 das Buch Pathenheimer: Filmfotografin - DEFA Movie Stills, herausgegeben von Dieter Chill und Anna Luise Kiss.

Ch. Links Verlag, Berlin 2016, 200 S.


Wir benutzen Affiliate-Links. Wenn Sie das Buch über einen dieser Links bestellen, erhält der Arbeitskreis "Filme und ihre Zeit" eine kleine Spende.

Hier gibt es einen ganz aktuellen Artikel der PNN (Potsdamer Neueste Nachrichten) vom 22.11.2021 über die Ausstellung in Groß Glienicke.

Die Fotoausstellung ist vom 20. November 2021 bis 23. Januar 2022 im Neuen Atelierhaus Panzerhalle in der Waldsiedlung Groß Glienicke zu sehen (14476 Potsdam, Heinz-Sielmann-Ring 2 - 2a).

Der Arbeitskreis "Filme und ihre Zeit" begleitet die Ausstellung mit einem Filmprogramm für Kinder und Erwachsene.

Die Fotoausstellung wird am Sonntag, d. 21.11. sowie an den Wochenenden 27./28.11., 4./5.12., 11./12.12. und 18./19.12.2021 jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein (Eintritt frei).

Die Finissage findet am 23.02.2022 statt.

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Ausstellungspanorama

Ausstellung im Aufbau (Foto: Dieter Chill)

Am 5. Dezember 2021 führen die Kuratoren und Herausgeber des Buches "Pathenheimer: Filmfotografin - DEFA Movie Stills" Anna Luise Kiss und Dieter Chill durch die Ausstellung.

Kuratorenführung am 05.12.2021

Im Begleitprogramm wird am 21.11.2021 um 17.00 Uhr der DEFA-Film "Kindheit" (1986, Regie Siegfried Kühn) mit Carmen-Maja Antoni gezeigt, die im Anschluss für ein Filmgespräch zu Gast sein wird. Als vorweihnachtliches Programm für Kinder sind am 12.12. um 14.00 Uhr "Das tapfere Schneiderlein" (1956) und um 16.30 Uhr "Gritta von Rattenzuhausbeiuns" (1984) zu sehen. Für diese drei Spielfilme erstellte Waltraut Pathenheimer die Standfotos. Ein Schulfilmnachmittag am 04.12. mit der Grundschule "Hanna von Pestalozza" stellt filmische Beziehungen zu Groß Glienicke her. Am 11.12. um 16.00 Uhr präsentiert Karl Laier seinen Film "Groß Glienicke - Wo der Westen im Osten und der Osten im Westen war".

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Arbeitskreises "Filme und ihre Zeit" im Groß Glienicker Kreis e. V., der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und der Kuratoren Dieter Chill und Anna Luise Kiss, unterstützt durch das Filmmuseum Potsdam und das Atelierhaus Panzerhalle e. V. Das Filmprogramm und der Schulfilmnachmittag werden vom Arbeitskreis "Filme und ihre Zeit" präsentiert.

Wegen der begrenzten Platzzahl ist für alle Filmveranstaltungen eine persönliche Anmeldung über holger.fahrland@akfil.me notwendig. 

Einladungskarte Pathenheimer

Zum Herunterladen der Einladungskarte bitte auf das Bild klicken

Achtung!

Auf Grund der aktuellen Pandemielage finden alle 5 Filmveranstaltungen unter  2G-Bedingungen  (geimpft / genesen) statt.

Bitte bringen Sie einen entsprechenden Nachweis mit.

Entsprechend der Brandenburger Sars-CoV-2-Eindämmungsverordnung v. 12.11.2021 gilt das nicht für Kinder unter 18 Jahren und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren benötigen aber eines tagesaktuellen Negativtest, soweit sie die Filme nicht im Rahmen einer schulischen Veranstaltung besuchen.

Während der Veranstaltungen herrscht auch im Veranstaltungsraum Maskenpflicht.

Da der Handyempfang im Atelierhaus extrem schlecht ist, kann die Luca-App leider nicht verwendet werden, so dass die Registrierung der Teilnehmenden ausschließlich analog in Listen erfolgt. 

Die Daten werden nach Ablauf von 4 Wochen vernichtet.

Verschiebung Schulfilmnachmittag

Die Filmveranstaltungen

21.11.2021, 17.00 Uhr: Kindheit (1986, Regie: Siegfried Kühn)

Im Film geht es um die Erlebnisse des neunjährigen Alfons. 1944 lebt er bei seiner phantasiereichen, liebevollen Großmutter und dem eher stillen Großvater auf einem kleinen Bauernhof in Schlesien. Seine Mutter ist in Berlin "in Stellung" und hatte ihn nicht mitnehmen können. Nach einem Unfall stirbt der Großvater. Eines Tages kommt ein italienischer Wanderzirkus in das Dorf. Die Großmutter erscheint wie verwandelt und verliebt sich in den Direktor Nardini, während die Dorfbewohner - insbesondere der Ortsbauernführer - die "Zigeuner" mit Misstrauen und Feindseligkeit begegnen. Schließlich muss Nardini nach einer Auseinandersetzung fliehen, trifft sich in seinem Versteck aber weiter heimlich mit der Großmutter. Als Alfons von seinen Schulfreunden erfährt, dass das Versteck kein Geheimnis mehr ist und die Nationalsozialisten im Dorf es in Flammen aufgehen lassen wollen, warnt er seine Oma, so dass sich Nardini rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Er flieht zusammen mit zusammen Alfons und seiner Großmutter, für die damit ein neues Leben beginnt.

Plakat zum Film "Kindheit"

Der Film wurde am 25. August 1987 in den Berliner Kinos International und Babylon uraufgeführt und erhielt mehrere Auszeichnungen:

1987: Staatliches Prädikat "wertvoll" der DDR für Spielfilme

1987: Kritikerpreis "Die folgende Klappe" für den besten Film und für Carmen-Maja Antoni als beste Schauspielerin

1988: Preis des 5. Nationalen Spielfilmfestivals der DDR an Hermann Beyer als bester Nebendarsteller

1988: Preis des 5. Nationalen Spielfilmfestivals der DDR an Carmen-Maja Antoni für die beste weibliche Hauptrolle


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Foto-Still: DEFA-Stiftung / Waltraut Pathenheimer

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Carmen-Maja Antoni (* 23.08.1945) war eine der profiliertesten Charakterdarstellerin der DDR, die vor allem am Berliner Ensemble wirkte und bis 2013 festes Ensemblemitglied war. Auch später sie hier wiederholt als Gast auf der Bühne. Mit dem Film Kindheit hatte sie ihren Durchbruch als Filmschauspielerin; auch im wiedervereinigten Deutschland spielte sie in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, zuletzt in den Känguru-Chroniken, in den Folgen der Joachim-Vernau-Reihe und als Else Krause in Polizeihauptwachtmeister Krause.

Foto von Carmen-Maja Antoni

Foto: Peter Ziesche

04.12.2021, 14.30 und 16.00 Uhr: Filme von Schülerinnen und Schülern der Grundschule Hanna von Pestalozza (Groß Glienicke) - VERSCHOBEN NACH 2022

2019 und 2020 haben Schülerinnen und Schüler der Grundschule Hanna von Pestalozza zusammen mit der Filmemacherin Caroline Pitzen im Rahmen des internationalen Filmprojekts Cinema en curs zwei Dokumentarfilme produziert, die am 04.12.2021 um 14.30 Uhr  und 16.00 Uhr einem größeren Publikum vorgeführt werden:

Plakat Schulfilmnachmittag

Besuch im Sommerhaus (Schuljahr 2019/20)

Die Klasse beschäftigte sich für ihren Film mit der Geschichte des ehemaligen Sommerhauses der Familie Alexander, das ganz in der Nähe der Schule am Groß Glienicker See steht. Die jüdische Familie emigrierte nach der Machtergreifung der Nazis nach Großbritannien. Danach hatte das Haus verschiedene Bewohner*innen. Die bewegte Geschichte des Hauses erzählen die Schüler*innen anhand von VHS-Archivmaterial eines Besuchs von Elsie Alexander im ehemaligen Sommerhaus ihrer Eltern in den 1990er Jahren, das sie im Wechsel mit eigenen Aufnahmen des jetzt als Museum hergerichteten Hauses und seiner besonderen Architektur montieren. Dabei fangen sie Sonnenlichtspiele auf dem Boden, die Klänge des Hauses und des Gartens und den Wind in den Bäumen so ein, dass man sich vorstellen kann, wie es gewesen sein muss, in diesem Haus zu leben.

Arbeiten am See (Schuljahr 2020/21)

Auf ihren filmischen Ausflügen haben die Schüler*innen am Sacrower See ein im Wald verstecktes Gebäude entdeckt, das ihr Interesse weckte. Es stellte sich heraus, dass das Gebäude zum Institut für Binnenfischerei gehört. In ihrem Film porträtieren die Schüler*innen das Institut und drei der Mitarbeitenden. Vom See her, auf einem Boot, nähern wir uns im Film dem weitläufigen und baulich interessanten Gelände - ein um 1900 als „Jägerhof“ für den Schwager des deutschen Kaisers gebautes Anwesen. Zeitgleich erzählen die Schüler*innen per Offstimme von ihrem eigenen Bezug zum Thema. Sie begleiten verschiedene Aspekte der Forschungsarbeit - das Fangen und Vermessen von Fischen zur Untersuchung, die Forschung am Schreibtisch und im Labor, am Mikroskop und beim Sezieren der Fische. Nach dem filmischen Besuch im Institut nehmen wir mit einer Kamerafahrt, in der die Abendsonne durch den Kiefernwald fällt, vom Institut und den Mitarbeitenden Abschied.

04.12.2021, 14.30 und 16.00 Uhr: Filme von Schülerinnen und Schülern der Grundschule Hanna von Pestalozza (Groß Glienicke)

2019 und 2020 haben Schülerinnen und Schüler der Grundschule Hanna von Pestalozza zusammen mit der Filmemacherin Caroline Pitzen im Rahmen des internationalen Filmprojekts Cinema en curs zwei Dokumentarfilme produziert, die am 04.12.2021 um 14.30 Uhr  und 16.00 Uhr einem größeren Publikum vorgeführt werden:

Plakat Schulfilmnachmittag

Besuch im Sommerhaus (Schuljahr 2019/20)

Die Klasse beschäftigte sich für ihren Film mit der Geschichte des ehemaligen Sommerhauses der Familie Alexander, das ganz in der Nähe der Schule am Groß Glienicker See steht. Die jüdische Familie emigrierte nach der Machtergreifung der Nazis nach Großbritannien. Danach hatte das Haus verschiedene Bewohner*innen. Die bewegte Geschichte des Hauses erzählen die Schüler*innen anhand von VHS-Archivmaterial eines Besuchs von Elsie Alexander im ehemaligen Sommerhaus ihrer Eltern in den 1990er Jahren, das sie im Wechsel mit eigenen Aufnahmen des jetzt als Museum hergerichteten Hauses und seiner besonderen Architektur montieren. Dabei fangen sie Sonnenlichtspiele auf dem Boden, die Klänge des Hauses und des Gartens und den Wind in den Bäumen so ein, dass man sich vorstellen kann, wie es gewesen sein muss, in diesem Haus zu leben.

Arbeiten am See (Schuljahr 2020/21)

Auf ihren filmischen Ausflügen haben die Schüler*innen am Sacrower See ein im Wald verstecktes Gebäude entdeckt, das ihr Interesse weckte. Es stellte sich heraus, dass das Gebäude zum Institut für Binnenfischerei gehört. In ihrem Film porträtieren die Schüler*innen das Institut und drei der Mitarbeitenden. Vom See her, auf einem Boot, nähern wir uns im Film dem weitläufigen und baulich interessanten Gelände - ein um 1900 als „Jägerhof“ für den Schwager des deutschen Kaisers gebautes Anwesen. Zeitgleich erzählen die Schüler*innen per Offstimme von ihrem eigenen Bezug zum Thema. Sie begleiten verschiedene Aspekte der Forschungsarbeit - das Fangen und Vermessen von Fischen zur Untersuchung, die Forschung am Schreibtisch und im Labor, am Mikroskop und beim Sezieren der Fische. Nach dem filmischen Besuch im Institut nehmen wir mit einer Kamerafahrt, in der die Abendsonne durch den Kiefernwald fällt, vom Institut und den Mitarbeitenden Abschied.

11.12.2021, 16.00 Uhr: Groß Glienicke - Wo der Westen im Osten und der Osten im Westen war (2018, Autor und Herstellung: Karl Laier)

Groß Glienicke im Osten Deutschlands ist kein gewöhnlicher Ort - zwischen spannender Vorkriegsgeschichte und interessanter DDR-Zeit gibt es dort einiges zu entdecken. In den 1920er Jahren residierte hier die gute Gesellschaft Berlins und große Namen gingen ein und aus. Schauspieler und Gutverdienende hatten dort ihre Ferienhäuser. Nach dem Krieg fiel die Stadt einer verwirrenden Aufteilung zum Opfer: der Osten gehörte dem Westen und der Westen dem Osten. 

Karl Laier vom Filmklub "Kamera aktiv" Mönchengladbach e.V., Mitglied des Arbeitskreises "Filme und ihre Zeit", führt durch die spannende Geschichte dieses Ortes, der sehr viele Entwicklungen durchlebt hat.

Plakat zum Film über Groß Glienicke

Im zweiten Teil der Dokumentation über geht es um den Ort heute und was ihn ausmacht. Beim Dorffest sind alle Vereine der Stadt mit dabei und stellen sich vor. Der "Groß Glienicker Kreis" beschäftigt sich zum Beispiel mit der jüdischen Geschichte des Ortes. Eine weitere große Veranstaltung ist die "Cross Challenge" auf der ortseigenen Motocross-Strecke. Bei diesem Hindernislauf müssen Teilnehmer das Gelände zu Fuß bewältigen. Von Sport über Musik bis hin zum Karnevalsverein - in Groß Glienicke ist einiges los.

Der Uferweg am Groß Glienicker See ist ein Thema des dritten Teils der Dokumentation. Die Bürgerinitiative "Freier Uferweg" setzt sich dafür ein, dass dieser wieder für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Karl Laier spricht mit der zuständigen Richterin Ingrid Meinecke und mit Oberkommissar Stefan Fischer über die Problematik. Auf der Tour durch Groß Glienicke schaut er sich außerdem die Kunstszene des Ortes genauer an. Danach nimmt er sich die Architektur vor, von Wohnhäusern bis hin zu öffentlichen Gebäuden und Kirchen. Zu guter Letzt geht es an die ruhigen Orte in Groß Glienicke, wie den großen See, der im Sommer zum Entspannen einlädt.

12.12.2021, 14.00 Uhr: Das tapfere Schneiderlein (1956, Regie: Helmut Spieß)

Grimms Märchen erzählt die Abenteuer eines armen Schneidergesellen, den das Erschlagen von sieben Fliegen auf einen Streich mutig macht. Er zieht in die Welt und kommt nach glücklich überstandenen Gefahren an den Hof des Königs. Die Krieger und Höflinge erschreckt der "Ritter 'Sieben-auf-einen-Streich'". Mit zahlreichen lebensgefährlichen Aufgaben versuchen sie, ihn loszuwerden. Aber das Schneiderlein ist unschlagbar dank seiner List und einigen treuen Helfern. Da flieht der König mit seinem ganzen Hofstaat, und das Volk setzt den Schneider auf den Thron, mitsamt der Magd Traute als Frau. (Quelle: DEFA-Stiftung)

Plakat Kinderfilme

Der Hauptdarsteller Kurt Schmidtchen (*19.04.1930, ✝︎ 28.03.2003) hatte mit der Rolle des Schneidergesellen seinen ersten großen Filmerfolg. In den Folgejahren spielte er in weiteren DEFA-Filmen, u. a. zusammen mit Götz George in Alter Kahn und junge Liebe (1957). Nach dem Mauerbau siedelte Schmidtchen in den Westen Berlins über, wo er zunächst vorwiegend Theater spielte, sich ab den 1970er Jahren aber in erster Linie dem Fernsehen zuwandte. Einem breiten Publikum wurde Schmidtchen vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten und Schauspieler Dieter Hallervorden bekannt (Nonstop NonsensZelleriesalat, später auch im Kabarett Die Wühlmäuse).

Das tapfere Schneiderlein war eine reine Studioproduktion und der einzige Kinderfilm, den Regisseur Helmut Spieß verwirklichte. Der Film erlebte am 28. September 1956 im Berliner Kino Babylon seine Premiere. Zwei Monate später kam er in die Kinos der DDR. Nachdem Hauptdarsteller Kurt Schmidtchen 1961 in den Westen ging, wurde der Film in der DDR nicht mehr in den Kinos gezeigt.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Aufführung des Films 1957 vom Interministeriellen Ausschuß für Ost-West-Filmfragen verboten, weil am Ende des Films - anders als im Grimmschen Märchen - der König mit seiner Gefolgschaft vom Volk vertrieben und stattdessen das Schneiderlein auf den Thron gesetzt wird; statt der Königstochter heiratete er eine Magd, die an seiner Stelle zur neuen Königin wird. Diese propagandistische Verfremdung reichte für das Verbot aus. Es wurde erst 1958 nach einer erneuten Prüfung des Films aufgehoben (vgl. Andreas Kötzing, Zensur von DEFA-Filmen in der Bundesrepublik).

12.12.2021, 16.30 Uhr: Gritta von Rattenzuhausbeiuns (1984, Regie: Jürgen Brauer)

Gritta von Rattenzuhausbeiuns (auch: Gritta vom Rattenschloß) ist ein DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1984 von Jürgen Brauer nach Motiven der Erzählung Das Leben der Hochgräfin Grittas von Rattenzuhausbeiuns, die Gisela und Bettina von Arnim 1840 geschrieben haben.

In einem alten, verwitterten Schloss lebt die 13-jährige Hochgräfin Gritta mit ihrem verarmten Vater, dem Hochgrafen Julius Ortel von Rattenzuhausbeiuns. Der Hirte Peter ist Grittas Partner bei übermütigen Spielen und Abenteuern in der freien Natur, während der Vater, ein Erfinder, an einer Thronrettungsmaschine für den König arbeitet. Er hofft, damit wieder zu Geld und Ehre zu gelangen. Als er die vornehme Gräfin Nesselkrautia heiratet, ist es mit Grittas wildem Leben vorbei, sie wird auf Wunsch der Stiefmutter in ein Kloster gesteckt. Empört über den dortigen Zwang und die betrügerischen Machenschaften der Äbtissin, die mit dem Statthalter des Königs unter einer Decke steckt, flieht sie mit ihren Freundinnen in den Wald. Dort begegnen sie dem Prinzen und freunden sich mit ihm an. Aber der Statthalter ist ihnen auf der Spur. Mithilfe des Prinzen gelangen sie ins Schloss, und die Thronrettungsmaschine des Vaters - nichts anderes als ein Schleudersitz - befördert den finsteren Statthalter außer Landes. (Quelle: Filmdatenbank der DEFA-Stiftung). 

Plakat Kinderfilme

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Foto-Still: DEFA-Stiftung / Waltraut Pathenheimer

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Mit freundlicher Unterstützung durch die Landeshauptstadt Potsdam
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