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Foto Meinhard Jacobs

Autor:

Meinhard Jacobs

07.05.2021

Kostümbildnerin und Filmausstatterin

geboren wahrscheinlich im November 1928

Phantombild Almoslino

(bisher keine Fotos bekannt)

Über das Leben von Edith Almoslino ist wenig bekannt. Öffentliche Fotos gibt es nicht, aber aus einer Gratulationsnotiz zum 91. Geburtstag im österreichischen Seniorenmagazin "Unsere Generation" vom November 2019 [1]1 kann man zumindest schließen, dass sie im November 1928 geboren wurde. 

Laut Internet Movie Database war sie von 1955 bis 1987 an insgesamt 187 Produktionen (83 Einzelfilme sowie 54 Episoden aus 8 Fernsehserien) beteiligt. Mit einigen wenigen Ausnahmen - etwa der Schatz der Azteken (Robert Siodmak, 1965) oder Die Wildente (Hans W. Geißendörfer, 1976) - handelte es sich dabei vorwiegend um Fernsehproduktionen.

Ihr größter Erfolg war die Ausstattung der amerikanischen Fernsehserie HOLOCAUST, für die sie - zusammen mit Peggy Farrell - 1978 einen Emmy Award erhielt.

Emmy Award
Plakat Holcaust

Daneben hat sie in Wien immer mal wieder auch für das Theater gearbeitet, so etwa für das Stück Der Kreis von Somerset Maugham im Theater in der Josefstadt (Premiere am 19.06.1980). Hier eine auf YouTube veröffentlichte Aufführung:

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Filmografie (Auswahl)

Der Ochsenkrieg, D 1987, Sigi Rothemund (Miniserie mit 6 Folgen, Ausstattung in Folge 1 Sedliacke pràvo und Folge 2 Zrada)

Erdsegen, A/D 1986, Karin Brandauer, 95 Min.

Via Mala, D/Ch/F/A 1985, Tom Toelle, 273 Min (ausgestrahlt in 3 Folgen).

Frau Holle, D/CS/A 1984-85, Juraj Jakubisko, 95 Min.

Boeing Boeing, A 1983, Herbert Fuchs, 92 Min.

Der geheimnisvolle Fremde, USA/D 1982, Peter H. Hunt, 90 Min.

Der Kreis, A 1981, Walter Davy, 130 Min.

Revolution in Frankfurt, D 1979, Fritz Umgelter, 116 Min.

Holocaust: Die Geschichte der Familie Weiß, USA 1978, Marvin J. Chomsky, 424 Min. (4 Folgen)

Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, A/D 1972-1977, Wolfgang Liebeneiner (13 Folgen à 59 Min).

Die Wildente, D/A 1976, Hans W. Geißendörfer, 105 Min.

Mord im Ministerium, A 1974, Fritz Eckhardt, 90 Min (Tatort Nr. 44).

Die Samtfalle, A 1972, Walter Davy, 89 Min (Tatort Nr. 23).

Passion eines Politikers, A 1970, Otto Anton Eder, 64 Min.

Der Querulant, D 1970, Vaclav Hudecek, 85 Min.

Glaube, Liebe, Hoffnung, A 1969, Herbert Fuchs, 60 Min.

Oberinspektor Marek, A 1963-1967, Herbert Fuchs (5 Folgen), je 80 Min (Edith Almoslino war nur in den ersten 5 der insgesamt 8 Folgen für die Ausstattung zuständig). 

Alibi für James, A 1966, Rudolph Cartier, 107 Min.

Samba, A 1966, William Dieterle, 122 Min.

Die Pyramide des Sonnengottes, D/F/I 1965, Robert Siodmak, 98 Min.

Schüsse im  3/4-Takt, A 1965, Alfred Weidenmann, 92 Min. 

Der Schatz der Azteken, D/F/I 1965, Robert Siodmak, 101 Min.

Der Bockerer, D/A 1963, Franz Antel, 104 Min.

Professor Bernhardi, A 1962, Erich Neuberg, 132 Min.

Der Himmel kann warten, A 1962, Herbert Fuchs, 56 Min.

G'schichten aus dem Wienerwald, A 1961, Erich Neuberg, 120 Min.

Roter Mohn, A 1956, Franz Antel, 101 Min (letzter Film mit Ida Wüst).

Fuhrmann Henschel, A 1956, Josef von Báky, 104 Min.

Heimatland, A 1955, Franz Antel, 95 Min.

Leben in Groß Glienicke

Es ist nicht bekannt, von wann bis wann Edith Almoslino genau in Groß Glienicke gelebt hat. Einziges Zeugnis ist eine kurze Notiz in den Lebenserinnerungen von Gisela von Wysocki, die 1940 geboren wurde und 1952 aus Groß Glienicke fortgegangen ist:

Der Ort markierte eine Stelle in Deutschland, die verdichtet dessen Geschichte einfing wie ein Brennspiegel. Das links von uns gelegene Haus wurde von Herrn Safranow, einem russischen Musikverleger, bewohnt... Nach seinem Auszug bewohnte Frau Almoslino das Haus, eine russische Kostümbildnerin, die später in Hollywood für die Fernsehserie Holocaust die Kostüme entwarf. Mir klopfte das Herz bis zum Hals, als ich in den späten siebziger Jahren ihren Namen auf dem Fernsehschirm las: unverarbeitet in ihrer Wucht fielen lange unbeachtet gebliebene Bilder über mich her, verwoben mit neuem Wissen. Die blonde, immer eilige Frau, sie hat niemals zurückgegrüßt, ich glaube, ich war zu klein, zu dünn, zu sehr ein Kind aus der deutschen Nachbarschaft, so dachte ich in diesem Moment der Überraschung, und doch hat die Mutter Tee mit ihr getrunken und brachte aus dem hellen Häuschen von nebenan eine kleine Porzellanfigur mit, und ich vergaß, nicht nur an diesem Abend, sondern später auch, sie zu fragen, ob sie bei ihrem Teebesuch davon gesprochen hat, dass der frühere Eigentümer der hübschen Veranda, auf der sie zusammen Tee getrunken hatten, der Reichsminister für Bewaffnung und Munition gewesen war, Fritz Todt, dass also in diesen wenigen Quadratmetern die am weitesten voneinander entfernten Welten aufeinander getroffen waren...

Gisela von Wysocki: Wir machen Musik. Geschichte einer Suggestion. Berlin 2010, S. 27

Anmerkungen

[1]  UG - Unsere Generation. Ausgabe vom November 2019, S. 59.


Weblinks / Quellen

Edith Almoslino in der Internet Movie Database (englisch)

Edith Almoslino in Filmportal.de

v. Wysocki, Gisela (2010): Wir machen Musik. Geschichte einer Suggestion. A. Aufl. Berlin: Suhrkamp (2010).

UG - Unsere Generation. Magazin des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ). Wien November 2019.