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November 7, 2022

Kino in der Dorfkirche mit Silke Zertz

Meinhard Jacobs

Am 18. November 2022 zeigen wir im "Kino in der Dorfkirche" Groß Glienicke den Film 

"Auf dünnem Eis" 

von Sabine Bernardi (2020), zu dem die Groß Glienickerin Silke Zertz das Drehbuch geschrieben hat. Die Autorin ist anwesend und spricht mit uns über Dramaturgie im Film und über das Schreiben von Drehbüchern.

"Auf dünnem Eis" ist die Geschichte der Berliner Köchin Ira Rosenthal (gespielt von Julia Koschitz), die auf dem Heimweg von ihrer Nachtschicht in der Tiefgarage ihres Hauses einen Obdachlosen anfährt, ihn dabei verletzt und sich in der Folgezeit immer wieder um ihn kümmert. 

Filmstill "Auf dünnem Eis"

Foto: ZDF / Stephanie Kulbach

Sie bringt den verletzten Mann zunächst in die Notaufnahme, versucht dann, eine Unterkunft für ihn zu finden, gibt ihm warme Kleidung und Lebensmittel, lässt ihn sogar in ihrer Wohnung schlafen und versucht, ihm dabei zu helfen, im Leben wieder zu Fuß zu fassen. Das alles macht sie, obwohl sie selbst genug eigene Probleme hat - sie lebt von ihrem untreuen Mann getrennt, ist alleinerziehende Mutter eines neunjährigen Jungen und kündigt schließlich sogar ihren Job, weil sie eine gewünschte Position nicht bekommt. Letzten Ende bleiben aber alle ihre Bemühungen erfolglos - und sie selbst gerät in Gefahr, ihre eigene Lebensgrundlage zu verlieren.

Rainer Tittelbach

Der ZDF-Fernsehfilm „Auf dünnem Eis“ (ZDF / Polyphon) zeigt eine Begegnung der ungewöhnlichen Art. Welcher Mensch, der Wohnung, Beruf und Familie hat, kommt schon über mehrere Tage mit jemandem in Kontakt, der wohnungslos ist und der auf der Straße lebt?! Der realistisch ohne ästhetische Extravaganzen erzählte Film von Sabine Bernardi nach dem Drehbuch von Silke Zertz erzählt dabei kein Sozialmärchen, sondern ist eine ebenso lebendige wie gesellschaftlich relevante Versuchsanordnung, die sich an die Muster und Vorurteile deutscher Wirklichkeit hält. Der Obdachlose bleibt bis zum Ende ein Rätsel: die Biographie voller Löcher, seine Psychologie und sein Absturz ein einziges Fragezeichen. Und das aus gutem Grund. Denn „Auf dünnem Eis“ ist kein Film über Obdachlosigkeit, sondern eher darüber, wie die (Wohlstands-)Gesellschaft mit diesem Phänomen umgeht. Durch die Erzählperspektive kann sich der Zuschauer nicht so leicht aus der Verantwortung stehlen wie in einem herkömmlichen Themenfilm. Denn es ist ein Film über den Blick, die Moral des Einzelnen. Ein Film über Berührungsängste, über das Verdrängen und Weggucken.

18.11.2022, 19.00 Uhr

Dorfkirche Groß Glienicke

Auf dünnem Eis 

(ZDF 2020)

Die Drehbuchautorin Silke Zertz ist anwesend

Eintritt frei, Anmeldungen bitte unter holger.fahrland@akfil.me


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